Anwendung der ASAM OpenX® Standards
Beschreibung
Mit zunehmender Fahrzeugautomatisierung steigt die Komplexität der Tests rapide an, sodass herkömmliche Straßentests allein nicht mehr praktikabel sind. Neue Sicherheitsanforderungen und Verbrauchertests, wie beispielsweise zukünftige virtuelle NCAP-Bewertungen, erfordern eine reproduzierbare und skalierbare simulationsbasierte Validierung. Um dies zu erreichen, müssen verschiedene Simulationswerkzeuge und -modelle über Bereiche wie Verkehrs-, Umwelt- und Sensorsimulation hinweg nahtlos zusammenarbeiten. Die ASAM OpenX-Standards bieten die gemeinsame Sprache und Schnittstellen, die für diese Interoperabilität erforderlich sind. Diese Schulung vermittelt den Teilnehmern das Wissen, um diese Standards effektiv in (Co-)Simulations-Workflows für eine glaubwürdige Validierung des automatisierten Fahrens anzuwenden.
Inhalte
- Einführung in das ASAM OpenX®-Standards-Ökosystem
- Überblick über die ASAM-Organisation und den Standardisierungsprozess
- Überblick über die OpenX-Familie: OpenDRIVE, OpenSCENARIO, OSI, OpenCRG, OpenODD, OpenLABEL, OpenMATERIAL 3D usw.
- Konzepte der Co-Simulation
- Definition und Vorteile der Co-Simulation
- Die Rolle von Standards in heterogenen Simulationsumgebungen
- OSI – Das Rückgrat für den Austausch von Sensor- und Umgebungsdaten
- Datenmodell, Nachrichtenstruktur und Anwendungsfälle
- Schnittstellen zwischen Wahrnehmung, Umgebung und Verkehrssimulation
- Integration von OpenX-Standards in der Praxis
- Kombination von OpenSCENARIO XML, OpenDRIVE und OSI für die automatisierte Fahrsimulation
- Materialmodellierung mit OpenMATERIAL 3D für realistische Sensoren
- Interoperabilität der Toolchain
- Verbindung von Simulatoren und Testframeworks verschiedener Anbieter
- Beispiele aus der Praxis und gewonnene Erkenntnisse
- Diskussion und Ausblick
- Wie OpenX-Standards eine glaubwürdige Simulation unterstützen
- Aktuelle Entwicklungen bei ASAM Open
- Roadmap und Ansatzpunkte für die Projekte der Teilnehmenden
Ziele
Am Ende dieses eintägigen Kurses werden die Teilnehmer: den Umfang, den Zweck und die Zusammenhänge der ASAM OpenX-Standards für (Co-)Simulation verstehen / praktische Einblicke in Open Simulation Interface (OSI), OpenSCENARIO XML, OpenDRIVE und OpenMATERIAL 3D im Zusammenhang mit Multi-Domain-Simulationen, indem sie eine minimale Co-Simulationsumgebung mit OpenX-basierten Schnittstellen aufbauen / Best Practices für die Integration von Simulationskomponenten verschiedener Anbieter in eine einheitliche Testumgebung kennenlernen / Workflows für glaubwürdige Simulationen in der Entwicklung des automatisierten Fahrens erkunden / Erkennen, wie OpenX-Standards Interoperabilität, Wiederholbarkeit, Glaubwürdigkeit und Sicherheitsargumentation unterstützen.
Wer sollte teilnehmen?
Diese Schulung richtet sich an Simulationsingenieure, Sensorentwickler (Modellentwickler) und Integratoren, ADAS/AD-Validierungsspezialisten, Testautomatisierungsingenieure, Softwarearchitekten und Projektmanager, die an der virtuellen Validierung automatisierter Fahrsysteme beteiligt sind. Sie ist gleichermaßen relevant für Forscher, Tool-Anbieter und alle, die heterogene Simulationswerkzeuge unter Verwendung der ASAM OpenX-Standards integrieren.
Qualifizierung für Arbeiten mit Hochvolt-Batterie-Systemen, Stufe 2B
Beschreibung
Das Arbeiten mit Hochvolt-Batterie-Systemen ist mit großer Verantwortung verbunden. Deshalb besteht für den Unternehmer die Pflicht, seine Mitarbeiter so weiterzubilden, dass sie in der Lage sind, anfallende Arbeiten richtig zu beurteilen, mögliche Gefährdungen zu erkennen und geeignete Schutzmaßnahmen abzuleiten. Eine Spezifizierung auf Anwendungsfälle wie Home-Storage-Systeme, Versuchsanwendungen, HV-Serienfahrzeuge, usw. ist auf Anfrage möglich. Nach berufsgenossenschaftlicher Freigabe werden in diesem Kompaktkurs einige antriebstechnische Inhalte wie z.B.: Unterscheidung Synchron- und Asynchronmaschinen, PWM-Bestimmung, nicht behandelt, um in der verkürzten Zeit ein intensive Sensibilisierung über mögl. Gefährdungen bei HV-Arbeiten zu erreichen. Eine separate Qualifizierung nach Stufe 2c bieten wir nicht an, da es sich über die Jahre herausgestellt hat, dass der stark reduzierte Qualifizierungsinhalt Stufe 2c nicht die realen Vorkenntnisse im Bereich elektrische Gefährdungen und Schutzmaßnahmen der betroffenen Personengruppe adäquat berücksichtigt.
Inhalte
- Elektrische Gefährdungen und Erste Hilfe
- Schutzmaßnahmen gegen Körperdurchströmung und Störlichtbögen
- Anforderungen und entsprechende Maßnahmen
- Organisation von Sicherheit und Gesundheit bei elektr. Arbeiten
- Fach- und Führungsverantwortung
- Mitarbeiterqualifikationen im Tätigkeitsfeld der Elektrotechnik
- Einsatz von Hochvolt-Batterie-Systemen
- Messkategorie EN61010, Messverfahren und Messmethoden
- Praktische Übungen mit Hochvolt-Batterie-Systemen
- Theoretische Prüfung mit Besprechung der Lösung
Ziele
Zertifikat: Stufe 2b für Hochvolt-Batterie-Systeme Der Vorkurs Stufe 2A ist so konzipiert, dass dieser direkt vor dem Kurs Stufe 2B stattfindet. Die gesamte Qualifizierung Stufe 2 für diesen Kurs besteht aus der Teilnahme an dem Stufe 2A Vorkurs und an der Teilnahme an der Stufe 2B Qualifizierung.
Wer sollte teilnehmen?
Personen, welche HV-Batterie-Systeme freischalten und im spannungsfreien Zustand elektrotechnische Arbeiten durchführen. Vorkenntnisse: Elektrotechnische Qualifikation (z.B. Kfz-Mechatroniker, Elektromonteure, Elektriker, Elektrotechniker, Elektroingenieure) (Teilnehmer der Stufe 2 müssen nicht an der Stufe 1 teilgenommen haben, da die Inhalte der Stufe 1 auch in der Stufe 2 behandelt werden)
Termine & Anmeldung
Wenn Sie Interesse an diesem Kurs haben, melden Sie sich bitte hier.
Referenten
Philipp Rosenberger
Persival GmbH
Philipp Rosenberger ist Mitgründer und Geschäftsführer der Persival GmbH, die Sensorhersteller und OEMs bei der Spezifikation, Entwicklung und Validierung von Wahrnehmungssensormodellen unterstützt. Er hat vor kurzem seine Doktorarbeit zum Thema "Metrics for Specification, Validation, and Uncertainty Prediction for Credibility in Simulation of Active Perception Sensor Systems" abgeschlossen und war bis Ende 2022 für sechs Jahre als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Kraftfahrzeugtechnik der Technischen Universität Darmstadt unter der Leitung von Prof. Dr. rer. nat. Hermann Winner tätig. Im europäischen Projekt "ENABLE-S3" leitete er das Arbeitspaket für Simulation und Stimulation und im deutschen Projekt "PEGASUS" war er für die Entwicklung und Validierung von Sensormodellen verantwortlich. Vor kurzem war er an den deutschen Projekten "SET Level" und "Verification & Validation Methods" beteiligt, um seine Arbeit an der Modellentwicklung und -validierung fortzusetzen. Er ist außerdem Gründungsmitglied und Mitglied des Change Control Board des ASAM OSI-Standards. Zusammen mit seiner Forschungsgruppe am TUDa FZD gründete er die PerCollECT-Initiative, um Ursache-Wirkungs-Ketten von Wahrnehmungssensoren in einer baumartigen Ontologie zu sammeln und bereitzustellen. Darüber hinaus trägt er aktiv zu den Open-Source-Wahrnehmungssensor-Modellen des asc(s e.V. - ENVITED Open Source Model & Simulation Library bei.